Schloss Elisabethenburg Meiningen

Von Schloss Elisabethenburg in seiner ursprünglichen baulichen Gestalt sind keine Baupläne bekannt. Ganz wenige zeitgenössische Darstellungen geben Hinweise hierzu, dokumentieren aber nur Teil- bzw. Idealzustände. Auch bauliche Veränderungen im 19. Jahrhundert sind kaum bildlich dokumentiert. Der heutige Bauzustand zeigt das Ergebnis aller bisherigen Veränderungen, er unterscheidet sich jedoch in vielen Details maßgeblich vom barocken Bauwerk um 1700. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen des Bauherren Herzog Bernhard I., Vergleichen mit den Brüderbauten des 17. Jahrhunderts, Archivakten und den wenigen historischen Abbildungen lassen sich frühere Bauwerksphasen nachvollziehen.

Über dem Riesensaal des Meininger Schlosses gab es in barocker Zeit einen Glockenspielturm, er wurde ab Ende 1697 als solcher ausgebaut. Die zwei übereinanderliegenden Turmzimmer bekrönte eine barocke Kuppel mit doppeltem Turmaufsatz und Laterne. Das Glockenspiel konnte über eine Klaviertastatur oder wahlweise auch über eine Spielwalze zum Klingen gebracht werden. Eine mechanische Verbindung mit einer Uhr ermöglichte auch ein automatisches Auslösen des Glockenspiels. Vorbild für das Meininger Glockenspiel war das seinerzeit schon berühmte Darmstädter Glockenspiel, welches Herzog Bernhard I. durch seine Besuche in Darmstadt, der Heimat seiner 1680 verstorbenen ersten Ehefrau Maria Hedwig von Hessen-Darmstadt, kannte. Diesen und anderen baulichen Phänomenen geht das Meininger Programm zur den Thüringer Schlössertagen nach.

Schloss Elisabethenburg
Idealansicht des Schlosses
Schlössertage

Programm

Freitag

  • 19 Uhr - Fundamente der Macht: Kasernenbau im Herzogtum Sachsen-Meiningen
    Soiree mit Eberhard Pfister
    Theatermuseum
    Eintritt: 3,50 / 2,50 €

    Nachdem die Soldaten der Sowjetarmee die Stadt Meiningen 1991 verlassen hatten, hörte sie auf eine Garnisonsstadt zu sein. Garnisonsstadt heißt Kasernenstadt, so auch in Meiningen. Welche Kasernen und Kasernenstandorte es gab, wann sie durch wen errichtet wurden und wer in ihnen diente, soll in einem Vortrag von Eberhard Pfister näher beleuchtet werden. Denn auch das hiesige Militär war Instrument der zunächst herzoglichen, dann kaiserlichen Politik und sein Einsatz die Fortsetzung dieser mit anderen, gewaltsamen Mitteln zur Gewinnung und Erhaltung der Macht.

Samstag

  • 14 Uhr - Aufgebaut! Schloss Elisabethenburg - Spektakuläre Idee barocker Baukunst
    Führung mit Axel Wirth, Meininger Museen
    Eintritt: Tageskarte zzgl. 2 €

    Die Führung will Spuren und Orte der Erbauungszeit erkunden. Unterstützt von neu angefertigten Zeichnungen zum Bauwerk wird die einst spektakuläre Idee barocker Baukunst wieder sichtbar.

  • 16 Uhr - Das Meininger Glockenspiel – Führung und Vortrag zum ehemaligen Glockenspielturm über dem Riesensaal des Meininger Schlosses, Klangbeispiele von einem Carillon mit Dr. Jürgen Buchner, Würzburg und Olaf Sandkuhl, Rostock
    Schlosskirche und Schlosshof
    Eintritt frei, Spenden erbeten

    Das Vorbild zum Meininger Glockenspiel, das Darmstädter Carillon, beschrieb Dr. Jürgen Buchner aus Würzburg in seiner Dissertation 2013. Technische und akustische Eindrücke von einem Glockenspiel ermöglicht Konzertglockenspieler Olaf Sandkuhl aus Rostock mit dem einzigen mobilen Carillon in Deutschland.

  • 17.30 Uhr - Konzert mit dem mobilen Carillon von Olaf Sandkuhl
    Eintritt frei, Spenden erbeten

Sonntag - Familientag in den Meininger Museen

  • 11 Uhr - Musik- und Theaterstadt Meiningen – Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
    Treffpunkt: Meininger Theater, Kammerspiele, Bernhardstraße 3
    Eintritt: 7 €, Karten vor Ort, Mindestteilnehmerzahl 4
    Dauer: 2 h, Ende im Schloss Elisabethenburg

    Berühmte Musiker wie Hans von Bülow, Johannes Brahms und Max Reger waren in Meiningen zu Gast oder sogar zu Hause. Der Rundgang durch Meiningen entlang einer Route musikhistorischer Stätten führt vom Theater über den Englischen Garten zum Schlosspark und ins Schloss Elisabethenburg. Meiningens Musikgeschichte wird kompakt, kurzweilig und kompetent präsentiert.

  • 14 bis 18 Uhr - Programme für die ganze Familie mit Wasserspielmobil, Riesenseifenblasen, Kunst ab 2 mit der Brigade Kunsthunger, Fröbelbaukästen, Kinderbaustelle
    Eintritt frei
  • 15 Uhr - Aufgebaut! Schloss Elisabethenburg - Spektakuläre Idee barocker Baukunst
    Führung mit Axel Wirth, Meininger Museen (siehe Samstag)
    Eintritt: Tageskarte zzgl. 2 €
  • 18 Uhr - Konzert mit Cathrin Pfeifer und Trio Trezoulé
    Schlosskirche
    Eintritt: 12,50 €

    Sie sind groovy, poetisch, intensiv, experimentierfreudig, lebensfroh.
    Live entwickelt das Trio einen faszinierenden energetischen World-Mix mit treibenden Grooves und tranceartigen Melodien. Scheinbar bekannte Quetschensounds werden mit Slidegitarre in andere Dimensionen katapultiert und durch komplexe Drumgrooves wieder auf den Boden geholt. Das Trio spielt intuitive Kompositionen, die knifflig und komplex durchdacht sind und zugleich groovy und mitreißend. Exotisch und doch eingängig und seltsam vertraut. Für Herz ebenso wie für Kopf und Beine. Hier wird keine Rücksicht auf Hörgewohnheiten genommen. Eine abenteuerfreudige Reise ohne Grenzen und Limitierungen.

Montag

  • 11 Uhr - Musik- und Theaterstadt Meiningen – Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen (siehe Sonntag)
    Treffpunkt: Meininger Theater, Kammerspiele, Bernhardstraße 3
    Eintritt: 7 €, Karten vor Ort, Mindestteilnehmerzahl 3
    Dauer: 2 h, Ende im Schloss Elisabethenburg

Kontakt

Meininger Museen
Schloss Elisabethenburg
Schlossplatz 1
98617 Meiningen
Tel 036 93 | 88 10 30
E-Mail a.wirth@meiningermuseen.de

Pfingsten
Sa–Mo 10–18 Uhr

Regulär
Di–So 10–18 Uhr

Eintritt
Erw. 4,50 € | erm. 3 € | Kinder bis 6 Jahre frei
Familienkarte 8 €

Touristinformation

Tourist-Information Meiningen
Ernestinerstr. 2
98617 Meiningen
Tel 036 93 | 44 65 0
E-Mail tourist.info@meiningen.de

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